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In festen Händen
Kunsthaus Bregenz
19.10.2019 – 06.01.2020
Photo: Markus Tretter · © Raphaela Vogel, Kunsthaus Bregenz · Courtesy of the artist





Die Löwen, Sinnbild von Macht und Männlichkeit, haben ihre Mäuler aufgerissen. Mit ihren Pranken drücken sie je einen Schlangenkörper nach unten. Die Schlangen recken ihre Köpfe in ihren letzten Regungen vor dem todbringenden Hieb der Raubkatzen. Raphaela Vogel lässt zwei Kopien der Monumentalplastik von der Decke baumeln. Die schweren Bronzen sind mit Ketten und Riemen befestigt. Die Kolosse hängen kopfüber, als stürzten sie hinab — ein Trapezakt in grotesker Spiegelung. »Die Stärksten im Tierreich gibt es auch vor dem Amtsgericht in Berlin«, sagt Vogel. Gegossen wurden die beiden Bronzeskulpturen vermutlich im 19. Jahrhundert in Italien. Schwarze Kugeln baumeln von ihren Nasen. Es sind Lautsprecher der Marke Grundig, die in den 1970er Jahren Audiorama-Boxen herstellte. Aus ihnen erklingt die Stimme von Raphaela Vogel, wie sie einen Song der Schlagersängerin Milva interpretiert, bedrückend, düster und verloren. Ängste, Spiegelungen und bizarrer Baudekor gehören zu den wiederkehrenden Gestaltungsmitteln von Raphaela Vogel wie auch die Musik, die ihre Installationen untermalt. Es sind stets süßliche, wehmütige Weisen, gespielt mit Akkordeon oder Klavier. Ihre Anmut bildet einen Kontrast zu den schweren Tragkonstruktionen, wuchtigen Skulpturen und kaleidoskopartigen Videos.
Photo: Markus Tretter · © Raphaela Vogel, Kunsthaus Bregenz · Courtesy of the artist